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Forstconsulting Erdmann Guben                                      Guben, den 23. Mai 2019           

Frankfurter Str. 22 B

03172 Guben

 

7 Fragen und Antworten zum „Motorsägenschein“

1. Was ist ein „Motorsägenschein“?

 Eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an

  1. einem Grundlehrgang zum sicheren Umgang mit Motorkettensägen,

    der nicht die Berufsausbildung ersetzt!

    Solche Lehrgänge sind Fortbildungs- oder Qualifizierungsmaßnahmen.

    2. Warum braucht man den „Motorsägenschein“? Seit Mai 2014 gilt die

  2. Deutsche Gesetzliche Unfallverhütungsvorschrift (DGUV) 214-059

    „Ausbildung für die Arbeit mit Motorsägen und die Durchführung von Baumarbeiten“

    Erstmalig wird hier gesetzlich festgelegt:

    „Die fachliche Eignung für die Arbeit muss erworben werden.

    Die erforderliche Fachkunde als Voraussetzung der fachlichen Eignung

    kann einerseits durch die Berufsausbildung z.B. im Beruf Forstwirt, Landschaftsgärtner

  3. oder andererseits durch Fortbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen erlangt werden.“

    Diese Forderung stellen die zuständigen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen

  4. an ihre Mitglieder (Wald- und Grundstücksbesitzer) selbst und an Personen,

  5. die durch die Wald- und Grundstücksbesitzer die Erlaubnis haben

  6. mit der Motorkettensäge in deren Wald zu arbeiten.

    3. Welche Rolle spielt die Forstverwaltung?

  7.  Die Forstverwaltung kann als Vertreter des Waldbesitzers

  8. des jeweiligen Bundeslandes bestimmen,

  9. was im Landeswald mit der Motorsäge gemacht werden kann.

    Für alle anderen Eigentumarten ist für den Arbeitsschutz die jeweilige

    Berufsgenossenschaften, bzw. Unfallkasse zuständig und nicht die Forstverwaltung,

  10. denn Grundlage für den Arbeitsschutz ist das VII. Sozialgesetz

    und nicht das Waldgesetz.

     Im Waldgesetz (als gesetzliche Handlungsgrundlage der Forstverwaltung)

    gibt es keine Vorschriften für den Arbeitsschutz !

                      Ein Revierförster, Forstamtsleiter oder ähnliche Mitarbeiter

           der Forstverwaltungen haben kein Recht zur Kontrolle,

           ob jemand einen Motorsägenschein hat, mit Ausnahme im Landeswald.

           Sollten sie es trotzdem versuchen, so ist Amtsanmaßung

           und eine Straftat nach §132 Strafgesetzbuch.

           Bedanken Sie sich in so einem Fall höflich für den „gutgemeinten Hinweis“!

4. Gesetzliche Grundlagen ?

  1.  4.1. VII. Sozialgesetzbuch

  • 4.2. Gesetzliche Unfallversicherung (GUV-V A 1)

        4.3.  Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“

          vom Juli 2005

  • Deutschen Gesetzlichen Unfallverhütungsvorschrift

    4.4 DGUV 214-059

    „Ausbildung für die Arbeit mit Motorsägen und die Durchführung von Baumarbeiten“

  • Deutschen Gesetzlichen Unfallverhütungsvorschrift vom Mai 2014

  • 4.5. (DGUV) Regel 114-018 „Waldarbeiten“
  • vom Juni 2009, aktualisierte Fassung Februar 2001
  •  5. Wo und wie mache ich den „Motorsägenschein“?

  1.  Anbieter solcher Motorsägen-Lehrgänge findet man u.a. im Internet,

    im Telefon-Branchenverzeichnis, bei den Waldbesitzerverbänden,

    bei den Berufsgenossenschaften / Unfallkassen, Berufsschulen, Qualifizierungsgesellschaften,

  2. DEULA, Arbeitsämtern und Forstverwaltungen.

                Oft werden die Kosten für Motorsägenlehrgänge vom Arbeitsamt/Jobcenter,

                der Berufsgenossenschaft oder der IHK teilweise oder ganz übernommen.

        6. Wer ist berechtigt Motorsägenlehrgänge durchzuführen?

  3. Meist sind es private Anbieter, die

  4. als „Ausbildungsträger … über die erforderliche technisch-materiellen

  5. verfügen müssen. Hierzu zähltauch, dass die vorhandenen Maschinen

  1. und Geräte dem Stand der Technik entsprechen.

    Das heißt, Anbieter von Lehrgängen dürfen nicht fordern,

  2. dass die eigene Motorsäge mitgebracht werden muss!

  3. durch die Ausbildungsträger

  4. jährlich mindestens 30 Teilnehmer ausgebildet werden müssen

  5. der Ausbildungsträger nur Ausbilder einsetzen darf,

  6. die über das notwendige Fachwissen

  7. und über ausreichende pädagogische Kenntnisse zur Wissensvermittlung verfügen.

  8. Diese Voraussetzungen werden z.B. von Forstwirtschaftsmeistern

  9. und erfahrenen Forstwirten erfüllt.

  10. die Ausbilder eine Qualifizierung als Ersthelfer besitzen. 

  1. 7. Wozu berechtigt der „Motorsägen-Schein“?

     Nach erfolgreichem Abschluss des Lehrganges

    mit praktischer und schriftlicher Prüfung,

    sind die Teilnehmer*innen berechtigt

            nach Modul A der DGUV 214-059 – Grundlagen der Motorsägenarbeit

 Bäume im Schwachholzbereich bis 20 cm Brusthöhendurchmesser zu fällen

  • am liegenden Stamm mit der Motorsäge bis 20 cm Durchmesser zu arbeiten

    (Entasten und Einschneiden)

 UND

            nach Modul B der DGUV 214-059 – Baumfällung und Aufarbeitung

Bäumen über 20 cm Brusthöhendurchmesser zu fällen und zu bearbeiten

  • (Entasten und Einschneiden)

  • einzeln durch Sturm oder Schneebruch geworfene, angeschobene oder gebrochene Bäume zu Fall zu bringen

  • unter Spannung stehendes Holz einzuschneiden

                   zusätzlich erfolgt eine theoretische Einweisung

                 nach Modul C und/oder D der DGUV 214-059

                  für  Arbeiten in Arbeitskörben  von Hubarbeitsbühnen !

                    und die Ausbildung an Motorsensen und Freischneidern.

Die von „Forstconsulting Erdmann Guben“ durchgeführten und angebotenen

Motorsägen Lehrgänge erfüllen inhaltlich bereits seit 1. Februar 2005

die jetzigen Anforderungen nach Modul A und B der DGUV 214-059.